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Nachhaltig - Geht das auch mit Hund ? Teil 2

( beinhaltet unbeauftragte Werbung )

 

Als Hundebesitzer durchlebt man einige Grenzerfahrungen. Und wenn man vor einer dieser Grenzen steht, sind da Fragen:  Wieso nur? Was soll das? Wann ist denn das passiert? Und meist folgt ein: Ach Scheiß drauf. Ja okay ich machs! Bei so manch einer Sache, kostet es Überwindung. Als Hundebesitzer stumpft man ab, man vergisst und wird resistent. Als wär man in einer Blase, die alles Übel abprallen lässt.

 

Meine erste Flucht in so eine Blase, war das Thema : Häufchen. Ich arbeite in Berlin Wedding, eine wirkliche Hochburg für Kothaufen und Müll. Jeder Einwohner produziert  hier 233 Kilo Müll im Jahr und so wie es aussieht, landet davon alles auf der Straße. In Wedding. Vor unserer Praxis.

Ich bin schon zum neurotischen Bodengucker geworden, hauptsache der Hund frisst nichts Wiederliches, spielt mit so ner Junkiespritze oder tritt in ein undefinierbaren, miefenden Fleck. Da kommt ein schon manchmal der Gedanke, lass liegen, fällt eh nicht auf. Da ist wieder die verlockende Blase, die einem den Schutz vor stinkenden Häufchen bietet. Aber nein, ich lebe nun nachhaltig und hebe jede Hinterlassenschaft auf. Der Umwelt zu liebe  und für meine Mitmenschen. Ich hoffe man hört die Ironie und den Witz dahinter schreien.

 

# 1 Biologisch abbaubare Kotbeutel oder doch lieber Plastik?

 

Ich als Hundehalterin, bin so freundlich und hebe die Hinterlassenschaften meines felligen Mitbewohners auf. Und was glaubt ihr wie ich mich freute, als ich gesehen habe, dass es nun biologisch abbaubare und sogar KOMPOSTIERBARE Häufchentüten gibt. Auch im nächsten Futterhaus um die Ecke. Die mussten natürlich direkt getestet werden und ja, die ganze Werbeaufmachung gibt einem das Gefühl etwas gutes zu tun. Immerhin kommt es in einem Pappkarton, mit ansprechendem Design und einem gratis Beutelspender aus recyceltem Plastik. Was kann denn, daran  noch verkehrt sein?

 

Ab wann weiß der Beutel denn, dass er sich abbauen muss?

 

Spätestens, wenn man einen dieser Superbeutel in der Hand hält, fragt man sich woraus die denn nun hergestellt sind. Oft wird dafür Cellulose, Maisstärke oder sogar Kartoffelstärke genutzt. Da denkt man sich doch: Prima!

 

Leider ist Mais heutzutage eine Monokultur und gar nicht mehr umweltbewusst. Durch den häufigen Anbau von Maisfeldern, kommt es zum vermehrten Einsatz von Insektiziden und Pestiziden. Dies wiederum führt zum Massensterben von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten. Wie schon geschrieben ist Mais eine Monokultur, was im Großen und Ganzen bedeutet: Schlecht für die Umwelt! Durch die langsame Vermaisung aufgrund der Verarbeitung zu Biogas, haben andere Getreidearten weniger Anbaufläche, es kommt durch die Düngung der Felder mehr Nitrat ins Grundwasser und der Boden versäuert. Wodurch eine Fruchtfolge, also das anpflanzen anderer Sorten fast unmöglich gemacht wird. Ebenfalls entstehen chemische Abfallprodukte die den Treibhauseffekt ankurbeln.

 

Und was nun?

 

Huch, da habe ich mich wohl etwas vertieft. Willst du genaueres erfahren, habe ich den Link für dich am Ende des Artikels. Also zurück zu den Häufchen. Da in den Superbeuteln teilweise nur fragwürdige 50-80 % biologisch abbaubare Kunststoffe sind und der Rest aus "Normalem Kunststoff" besteht, kommt es im Endeffekt zu keinem erfolgreichen werkstofflichen Kunststoffrecycling. Leider ist damit der Beutel auch nicht für den Kompost gedacht, denn dadurch gelangt nur wieder mehr Microplastik in die Umlaufbahn.

Mein Fazit ist also in dem Fall: Plastik-Kotbeutel sind das kleinere Übel.

Eine tolle Alternative zu den neu produzierten Beuteln, sind welche aus recyceltem Plastik! Die Marke Pooplino z. B. führt welche aus recycelten PET-Flaschen.

 

ZERO WASTE Alternativen:

 

Da ich auf dem Weg zu einem plastikfreien Weg bin, ist natürlich die erste Frage: Was nun? Welche Alternativen gibt es?

Und hier gibt es ein paar tolle Dinge! Die Marke PooPick hat eine Art faltbaren-Kotkarton-Helfer entwickelt. Schaut mal auf der Seite vorbei! Diese kleinen Superkartons werden zu 70% aus recycelter Pappe hergestellt und zu 30% aus Resten der Möbelindustire. Ansonsten gibt es viele verschiedene Anbieter die Papiertüten herstellen. Man könnte auch Butterbrottüten nehmen oder recyceltes Küchenpapier. Am wenigsten Müll hat man allerdings, wenn der Hund sein Geschäft im Wald verrichtet. Wie du schon merkst, ist hier Kreativität gefragt!

 

Wenn du noch andere tolle Marken kennst oder dich für  für weitere Tipps  interessierst oder einen für mich hast, dann lass mir doch einfach ein Kommentar da!

 

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